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17.02.2018    "Vetternwirtschaft" Rosenheim (+ RISING RESISTANCE)

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[Evil Rocks Hard]

 

Seit dem Jahre 1993 unter dieser Flagge unterwegs, bekommt der geneigte Anarcho-Punk, innen drin und/oder auch äußerlich, ein Maximum an politisch durchtränkten Songs auf die Ohren. Viele Gemenge werden beackert, innenpolitische als auch die weltpolitische Situation überbieten sich ja gerade mit Möglichkeiten sich in diesem Segment auszutoben. In diesem Zusammenhang ist das Intro zu erwähnen, ein kleines „Wer hat das nochmal gesagt?“ bzw. „Zu wem gehört diese Stimme nochmals?“ – Ein Zusammenschnitt von politischen Äußerungen, in diversen Sprachen, dazu noch „ökonomische“ Zitate …
 
Alles in allem bietet dieses Album 12 Songs die sich so ziemlich jedes Themas annehmen, dass ihnen unter den Nägeln bringt: Das Wiedererstarken der Braunen, der internationale Nationalismus, Kapitalismus in seiner widerlichsten Form etc. Eine Pflichtnummer auf diesem Album ist ‚Spieglein, Spieglein‘, auch eine Hammernummer ist und als Lauschprobe geeignet ‚Biersam für die Seele‘ – ein Punk-Album ohne Alkohol wäre fern jeglicher Realität, so hat es auch diesen Song auf dem Album. Weiterhin würde ich euch noch gerne ‚Das S im Wort Arbeit‘, ein Frontalangriff auf den Staat, seine Steuern und alles was damit verbunden ist. Auch antestbereit wäre ‚Trümmerlotte‘ oder der letzte Song des Albums, die einzige Ballade; ‚So ist das Leben‘! Besser könnte ein Album nicht enden, nach allen anarchistischen Utopien und Gedankenspielen, endet es mit der Realität und dem Hinweis „Aufgeben darfst du nicht!“
 
Mein Tipp: Ein sehr gutes, schönes, treibendes, fettes, stimmiges Punk-Album, das einfach Spaß macht sich anzuhören und die Lyrics zu reflektieren. Dazu noch einen schönen Pogo-Kreis und das Glück wäre Perfekt, aber was ist schon perfekt? Die Pommesgabel zum Gruße!!!
 
10/10
 
Car Sten
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[www.chelseaschoice.at]

 

SOS tümpeln schon seit über 20 Jahren in der deutschen Underground-Szene herum – so richtig an der Oberf...läche waren sie nie, aber das macht doch auch den Underground aus. Anscheinend gab es im Line-Up eine markante Umbesetzung, die der Dynamik der Band aber keineswegs schadet. Die Band klingt sehr frisch, scheppernder Punkrock mit deutschen Texten. Schöne DIY-Kante und jede Menge Wut, die aber von mitsingtauglichen Chören kaschiert wird. Schönes, klassisch-zeitloses Album von einer Band, die sich nicht durch irgendwelche angesagten Strömungen von ihrem Weg verdrängen lässt. Am Schluss werden selbst Anarcho-Punx dann noch etwas melancholisch und lassen mit ruhigeren Tönen ihr widerständiges Werk ausklingen, die Attitüde bleibt!

 

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[www.legacy.de]

 

Woran könnte es gelegen haben, dass SICK OF SOCIETY zwar im Deutschpunk-Underground über einen gewissen Ruf verfügen, darüber hinaus jedoch nie wirklich kommerziell durchstarteten? Zum einen dürften die Musiker selbst dem großen Erfolg relativ kritisch gegenübergestanden haben, um's mal vorsichtig auszudrücken. Leider könnte es aber auch an der Musik gelegen haben, denn die entspricht zwar durchaus sämtlichen Punk-Rock-Klischees, vermag darüber hinaus jedoch nicht wirklich Eindruck zu schinden. Elf der zwölf Songs des neuen Albums „Perlen vor die Säue" sind ziemlich ungestüm, wild und geradlinig, das finale 'So ist das Leben' kommt balladesk daher. Vielleicht hätten sich SICK OF SOCIETY ein Beispiel an der Deutschpunk-Legende Slime nehmen sollen, die jüngst mit „Hier und jetzt" ein klasse Beispiel ablieferten, wie man diese Musik in einem songwriterisch reifen und nach wie vor mitreißenden Gewand präsentieren kann. Da die 1993 ins Leben gerufenen SICK OF SOCIETY rein ideologisch gesehen ähnliche Einstellungen vertreten wie die erwähnten Hamburger, werden auf „Perlen vor die Säue" ähnliche Themen wie auf „Hier und jetzt" behandelt. Dies geschieht jedoch auf weitaus direktere Art und Weise. Da wo Slime versuchen, ihre Botschaften in ansprechende Worte zu kleiden, knallen SICK OF SOCIETY voll drauf. Sicher, dies hat auch seinen Reiz, kündet jedoch nicht von Feingefühl. Aber darum geht's bei dieser Art von Musik nicht wirklich. SICK OF SOCIETY haben eben eine andere, weitaus traditionsbewusstere Herangehensweise an ihre Kunst verinnerlicht als Slime, die andererseits wiederum weitaus origineller klingen. In letzter Konsequenz ist das natürlich Geschmackssache, und beinharten Deutschpunk-Fans kann die Anschaffung von „Perlen vor die Säue" natürlich bedenkenlos empfohlen werden.